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Sven Mildner - Neuinterpretation der Germania Magna des Claudius Ptolemy - EVROPA TABVLA QVARTA – Quarta Europe Tabula continet Germaniam cum insulis sibi adiacentibus. Die Karte zu ''Magna Germania'' aus der im Original griechisch verfassten ''Geographike Hyphegesis'' des in Alexandria wirkenden Claudius Ptolemaios

Ortsverzeichnis / Gazetteer

Diese Seite umfasst eine vorläufige Auflistung der Orte, Gebirge und Flüsse, die durch die Neuinterpretation der Germania Magna bisher direkt zugeordnet wurden. (Stand 02.02.2026)

Der Entwurf eines Kartenoverlays für Google Earth, mit den geografischen Einheiten der Germania Magna, übertragen auf die Bundesrepublik Deutschland bzw. auf ein modernes WGS84-Koordinatensystem, findet sich außerdem auf dieser Seite: Kartenoverlay mit den geografischen Einheiten der Germania Magna


Name nach PtolemäusPtol. Koord. Zuordnung entsprechend dieser NeuinterpretationNeu Koord.weitere Bemerkungen
Flüsse
Albis Fluvius (Quelle) – αἰ πηγαὶ τοῦ ποταμοῦ –
the sources of the river
39*00
50°00
befand sich im Gebiet des östlichen Thüringer Waldes, zwischen den heutigen Orten Ilmenau und Saalfeld/Saaleca.
50°40’N
11°18’E

(verschoben)
Nicht mehr vorhanden, durch Blockrotation des Thüringer Waldes. Der historische Fluss entspricht am Oberlauf heute in etwa dem Fluss Schwarza bzw. der Saale.
Albis Fluvius (Mündung) – ἄλβιος ποταμοῦ ἐκβολαὶ – The mouths of the Albis river31*00
56°15
befand sich Nord-Westlich des heutigen Bremen (Treva)ca.
53°11’N
8°35’E

(verschoben)
Nicht mehr vorhanden, durch Küsten- bzw. Flussverlagerung aufgrund der Reaktivierung der CDF, Mündung entspricht heute dem Weser-Flusssystem
Chalusus Fluvius (Mündung) – Χαλούσου ποταμοῦ ἐκβολαί – the mouths of the Chalusus river37*00
56°00
befand sich etwa bei Havelberg, bzw. östlich davonca.
52°49’N
12° 4’E

(verschoben)
Nicht mehr vorhanden, durch Küsten- bzw. Flussverlagerung aufgrund der Reaktivierung der CDF, der Kompression (Nord-Süd) und auch lateralen Extrusion (Ost-West) der Sedimentpakete des Norddeutschen Tieflandes
Danubius Fluvius (westlicher Punkt / Quelle) – Τὴν δὲ μεσεμβρινὴν πλευρὰν ὁρίζει τοῦ Δανουβίου ποταμοῦ τὸ δυσμικὸν μέρος, ὃ θέσιν ἔχει τοιαύτην· ἡ κεφαλὴ τοῦ Δανουβίου ποταμοῦ – The south side is bounded by the western part of the Danube river, whose position is this: the head of the Danube river30*00
46°20
Der westliche Teil des Danubius Fluvius entspricht dem heutigen Main, in Fließrichtung ostwärts weiter in Richtung des Egergrabensca.
50° 6’N
8°32’E
In der Neuinterpretation wird der Oberlauf des ptolemäischen Danubius Fluvius durch das heutige Flusssystem des Mains und der Eger (Ohře) abgebildet. Als Quellgebirge (Abnoba Mons) wird hierbei der Taunus identifiziert, an dessen südlicher Flanke (Bereich Mainz-Höchst) der Flusslauf seinen verzeichneten Ursprung nimmt bzw. ab hier als signifikante Entwässerungsrinne in Erscheinung tritt.
Der heutige, geomorphologisch auffällige Verlauf des Mains – charakterisiert durch die markanten Richtungswechsel des Mainvierecks (Spessart) und des Maindreiecks (Fränkische Platte) – wird nicht als primäres fluviatiles Erosionsmuster interpretiert, sondern als Resultat einer massiven tektonischen Stauchung.
Korrespondierend zur postulierten Südrotation des Thüringer-Wald-Blocks (Sudeti Mons, siehe dort) und der allgemeinen Nord-Süd-Kompression der Kruste, geriet der ursprünglich linearere, west-östlich orientierte Flusslauf unter enormen Druck. Diese Krustenverkürzung zwang das Flusstal in eine kompressive Faltung (Buckling), wodurch die heute sichtbaren, fast orthogonalen Flussknie (Meander-Großstrukturen) entstanden.
Östlich von Bamberg setzt sich die paläogeografische Linie des Danubius undeutlich über den Obermain (Weißer Main) oder teilweise parallel dazu fort und findet ihre strukturelle Verlängerung im Eger-Graben (Eger Rift). Diese durchgehende tektonische Schwächezone verbindet den Rhein-Main-Raum mit dem böhmischen Becken und zeichnet den antiken Flussverlauf vor der geodynamischen Deformation nach.
Rhenus Fluvius – (Mündung) – Central mouth of the river (aus Kapitel 8, Gallia Belgica)ca.
27*00
53°10
befand sich in etwa bei Hengelo/Enschedeca.
52°15’N
6°45’E

(verschoben)
Nicht mehr vorhanden, Verlagerung bedingt durch tektonische Einengung und laterale Extrusion der Sedimentpakete sowie tektonisches bzw. gravitatives Gleiten etwa in Richtung des aktiven Subsidenzzentrum des Nordsee-Zentralgrabens im Zusammenhang mit der Reaktivierung der CDF (insbesondere der nördliche Mündungsarm im Bereich der IJssel), Die heutige Lage der Hauptmündung weiter süd-westlich resultiert hingegen aus einer strukturellen Kanalisierung innerhalb des Roertal-Grabensystems (Roer Valley Graben), vgl. Schokker et al. Dieser Graben fungiert als tektonische Zwangstrasse zwischen dem nördlichen Peel-Block und dem südlichen London-Brabanter Massiv, wodurch ein direktes Abgleiten des Hauptstroms nach Norden blockiert wird und der Abfluss nach Westen erfolgt.
Suebus Fluvius – (Mündung) – Συήβου ποταμοῦ ἐκβολαί – the mouths of the Suevus river39*30
56°00
befand sich etwa bei Neuruppin bzw. östlich von Fehrbellin, weiter entlang der subglazialen Schmelzwasserrinne (als heutiger Ruppiner See)ca.
52°49’N
12°54’E

(verschoben)
Nicht mehr vorhanden, durch Küsten- bzw. Flussverlagerung aufgrund der Reaktivierung der CDF, der Kompression (Nord-Süd) und damit auch lateralen Extrusion (Ost-West) der Sedimentpakete des Norddeutschen Tieflandes
Viadua Fluvius (Mündung) – Οὐιαδούα ποταμοῦ ἐκβολαί – the mouths of the Viadua river42*30
56°00
befand sich etwa bei Marienwerder bzw. Finowfurt, weiter entlang der subglazialen Schmelzwasserrinne (als heutiger Üdersee, bzw. Werbellinsee)ca.
52°51’N
13°38’E

(verschoben)
Nicht mehr vorhanden, durch Küsten- bzw. Flussverlagerung aufgrund der Reaktivierung der CDF, der Kompression (Nord-Süd) und damit auch lateralen Extrusion (Ost-West) der Sedimentpakete des Norddeutschen Tieflandes
Vistula Fluvius (Mündung) – Οὐστούλα ποταμοῦ ἐκβολαί – the mouths of the Vistula river45*00
56°00
befand sich etwa bei Oderberg, nördlich des Oderbruchs und entspricht damit im Mündungsbereich der heutigen Oder, während der historische Fluss sonst abschnittsweise der Schwarzen Elster bzw. der Spree entsprachca.
52°52’N
14° 9’E

(verschoben)
Vistula Fluvius (Hauptquelle?) – ἡ κεφαλὴ τοῦ ποταμοῦ –
the head of the river
44*00
52°30
befand sich in der Gegend von Königswarthaca.
51°17’N
14°22’E

(verschoben)
Die Hauptquelle des Vistula Fluvius entspricht heute abschnittsweise in etwa der Spree, über Hoyerswerda, Spremberg, Cottbus, Peitz und von dort mit dem zweiten Hauptstrom als “Vereinigter Vistula Fluvius” weiter nach Guben und zunächst noch kurz in das Flussbett der Lausitzer Neiße, um dann in das heutige Oder-System zu wechseln, mit der Mündung in den Oceanus Germanicus bei Oderberg.
Vistula Fluvius (die Quelle, die westlich davon liegt) – ἡ ἀπὸ δυσμῶν αὐτῆς καὶ ἐπὶ τὸν ἄλβιν φέρουσα –
the source which is to the west and is said to be towards the Albis
40*10
52°40
befand sich in der Gegend von Königsbrück und entspricht heute in etwa dem Quellgebiet der Pulsnitz mit dem weiteren Verlauf des antiken Flusses über Ortrand zur Schwarzen Elster, weiter über Elsterwerda und Bad Liebenwerda, zunächst bis Herzberg/Elster und von dort jedoch weiter in Richtung Schlieben (vgl. Oelsiger Luch bzw. Frankenhainer Luch) (siehe weitere Bemerkungen)ca.
51°16’N
13°53’E

(verschoben)
Der historische Vistula Flu. (zweiter Hauptstrom) vollzog ab Herzberg/Elster (Stragona) eine Schleife nach Osten, dann weiter über Doberlug-Kirchhain (Budorigum), entlang der Gollmitzer Rinne und über Calau nach Vetschau in Richtung Spreewald, um sich weiter östlich bei Peitz mit dem zweiten Hauptlauf zu vereinigen, welcher in der Gegend von Königswartha entspringt (siehe Hauptquelle). Die “Vereinigte Vistula” trat dann bei Guben zunächst noch kurz in das Flussbett der Lausitzer Neiße ein, um dann in das heutige Oder-System zu wechseln, mit der Mündung in den Oceanus Germanicus bei Oderberg.
Gebirge
Abnobae Mons (der westlichste Punkt) – καὶ τὰ καλούμενα ἄβνοβα, ὧν τὰ ἄκρα ἐπέχει μοίρας – and those that are called Abnoba, the farthest parts of which are located in31*00
49°00
entspricht der Neuinterpretation der Germania Magna zufolge dem Taunus bzw. dem Hohen Taunus und stellt gleichzeitig das Quellgebiet des antiken Danubius Fluvius darca.
50° 1’N
7°52’E
(oder ursprünglich sogar noch weiter westlich bei etwa 49°50’N 7°27’E)
Abnobae Mons (der östlichste Punkt) – καὶ – and31*00
52°00
entspricht der Neuinterpretation der Germania Magna zufolge dem Taunus bzw. dem Hohen Taunus und stellt gleichzeitig das Quellgebiet des antiken Danubius Fluvius darca.
50°19’N
8°41’E
Asciburgius Mons (der nord-westlichste Punkt) – ὑφ’ ὅ ἔστιν ἡ Σημανοῦς Ὕλη· καὶ τὸ Ἀσκιβούργιον, οὗτὰ πέρατα ἐπέχει μοίρας – below which is the Semanus Forest; and Mt. Asciburgius, the farthest parts of which are 39*00
54°00
befindet sich östlich von Magdeburg. Die Asciburgius Mons entsprechen daher dem Fläming mit seinen Ausläufernca.
52°10’N
12°17’E

(verschoben)
Der Asciburgius Mons vollzieht heute im Bereich der Linie Baruth/Mark und Dahme eine markante strukturelle Umbiegung (Buckling). Dieser Bereich fungiert als geomechanische Scharnierzone, an der die ursprünglich linearere Ausrichtung durch ein transpressives Stauchungsregime modifiziert wurde.
Ursächlich hierfür ist die laterale Extrusion sedimentärer Massen aus dem Nordwesten (aus Richtung der Kimbrischen Halbinsel bzw. des Norddeutschen Tieflandes als Folge der CDF-Reaktivierung), die sich als Akkretionskeil (“Stauchmoräne”, heutiger Hoher Fläming) gegen die Westflanke des Gebirges aufschoben. Da der Lausitzer Krustenblock im Südosten (Bereich Senftenberg) als fixierter Rotationspunkt (Pivot) verankert war, konnte der Asciburgius dem Druck nicht linear ausweichen. Stattdessen wurde der westliche Schenkel (heutiger westlicher Teil des Niederen Flämings) nach Osten verschoben, was zu einer dextralen Rotation des östlichen Teils des Niederen Flämings und dem Aufbrechen der Kruste an der Scharnierzone bei Baruth führte….
Asciburgius Mons (der süd-östlichste Punkt) – καὶ – and
44*00
52°30
befindet sich im Naturpark Niederlausitzer Landrücken, bzw. im Bereich der Calauer Schweiz, in Richtung Senftenberg. Die Asciburgius Mons entsprechen daher dem Fläming mit seinen Ausläufernca.
51°35’N
13°56’E

(verschoben)
…Ein Indikator für diese enorme tektonische Beanspruchung findet sich bei Doberlug-Kirchhain (identifiziert als Budorigum). Die dortigen Anthrazitvorkommen weisen einen für die Tiefe ungewöhnlich hohen Inkohlungsgrad auf, der sich geodynamisch schlüssig durch eine lokale Stress-Metamorphose infolge der hohen Kompressionskräfte an dieser Bruchzone erklären lässt.
Carpatus Monsentspricht heute am Ehesten dem Riesengebirge und seinen westlichen Ausläufern, wie dem Jeschkengebirge
Melibocus Mons (der westlichste Punkt) – καὶ τὸ Μηλίβοκον, οὗ τὰ πέρατα ἐπέχει μοίρας – and the Melibocus, the farthest parts of which are located in33*00
52°30
entspricht dem Harz und seinen westlichen Ausläufern, wie dem Weser-Leine-Bergland mit dem Alfelder Berglandca.
52°0’N
9°26’E

(verschoben)
Der Melibocus Mons (Harz) wird als rotierter Krustenblock interpretiert. Während der östliche Teil (Bereich Eisleben) als Rotationspol bzw. stabiler Kern fungierte, war der westliche Sektor (Weser-Leine-Bergland) vermutlich maximalen Scherspannungen ausgesetzt.
Infolge der sinistralen Blockrotation und der Interaktion mit westlichen Krusteneinheiten kam es an der Westflanke zu einer rheologischen Erweichung des Gesteinsverbandes….
Melibocus Mons (der östlichste Punkt) – καὶ – and37*00
52°30
entspricht dem Harz, westlich von Lutherstadt Eislebenca.
51°31’N
11°17’E

(verschoben)
…Unter den herrschenden transpressiven Bedingungen verlor dieser Bereich seine rigide Integrität und erfuhr eine duktile Deformation (Krustales Fließen).
Das heutige Weser-Leine-Bergland repräsentiert somit das strukturell disaggregierte und lateral extrudierte westliche Ende des Melibocus-Massivs, das durch intensive Schertektonik und metamorphe Überprägung (evtl. bis hin zu partieller Anatexis/Teilaufschmelzung) seine ursprüngliche kompakte Form verlor.
Sarmate Mons (der südlichste Punkt) – Τὴν δὲ ἀνατολικὴν πλευρὰν ὁρίζει ἥ τε ἀπὸ τῆς εἰρημένης ἐπιστροφῆς πρὸς τὰ ὑπερκείμενα Σαρματικὰ ὄρη διάστασις, ὧν τὸ μὲν νότιον πέρας ἐπέχει μοίρας – the southern boundary of which is in42*30
48°30
entspricht einem Proto-Erzgebirge, das ursprünglich sehr exakt in Nord-Süd Richtung verlief und durch den postulierten Impakt eines kosmischen Himmelskörpers nahezu vollständig eingeebnet und auseinander gerissen wurde und das heute nur noch als Überrest vorhanden ist. Der südliche Teil befindet sich womöglich im Süd-Westen Tschechiens bei Karlsbad/Marienbad/Eger oder alternativ bei Bílina
Sarmate Mons (der nördlichste Punkt) – τὸ δὲ βόρειον – and the northern boundary of which is in43*30
50°30
Der nördliche Bereich des Proto-Erzgebirges ist heute wohl mit dem Lausitzer Bergland gleichzusetzenca.
51° 8’N
14°28’E
Sudete Mons (der westlichste Punkt) – καὶ ἔτι τὰ καλούμενα Σούδητα ὄρη, ὧν τὰ ἄκρα ἐπέχει μοίρας – and those mountains that are called Sudeti, the farthest parts of which are at34*00
50°00
Die Sudete Mons entsprechen der Neuinterpretation der Germania Magna nach dem Thüringer Wald, hier mit seinen westlichen Ausläufern bis etwa nach Kassel ca.
51°14’N
9°35’E
Für den Krustenblock der Sudeti Mons wird eine signifikante dextrale Blockrotation (+45° im Uhrzeigersinn) postuliert. Diese Rotationsbewegung führte dazu, dass der westliche Ausläufer des Massivs nach Norden in den Bereich der Mittelmeer-Mjösen-Zone (MMZ) einschwenkte.
Hier kam es zu einer kinematischen Interferenz mit dem östlichen Rand des Rheinischen Schiefergebirges (Kellerwald). Unter der Annahme einer gegenläufigen (sinistralen) Rotation des Kellerwald-Blocks fungierte der Raum Kassel als tektonischer Scheitelpunkt (Pivot Point).
Das Kasseler Becken ist in diesem Kontext als Kollisions- und Scherbecken zu deuten. Es repräsentiert die Störungszone, in der die konvergierenden Spannungsfelder der beiden rotierenden Großschollen aufeinandertrafen. Die Sedimentation und Beckenbildung resultierte somit nicht aus reiner Extension, sondern aus der mechanischen Zerlegung und Absenkung im Zentrum dieser transpressiven Syntaxis. Der Thüringer Wald streicht NW-SE. Der Kellerwald und angrenzende Strukturen streichen oft NE-SW (erzgebirgisch vs. rheinisch).
Sudete Mons (der östlichste Punkt) – καὶ – and40*00
50°00
Der östlichste Punkt der Sudeti Mons befindet sich im Bereich des Thüringer Schiefergebirgesca.
50°22’N
11°32’E
Korrespondierend zur Nordrotation der Westflanke vollzog der östliche Sektor des Sudeti-Mons-Blocks (Thüringer Wald) eine Südverlagerung.
In diesem dynamischen Modell fungiert das Thüringer Schiefergebirge als großräumige duktile Scher- und Akkommodationszone. Aufgrund der geringeren Kompetenz der schiefrigen Metasedimente gegenüber dem rigiden Kristallinblock des Thüringer Waldes wurde die Rotationsbewegung hier durch interne Deformation absorbiert.
Das Schiefergebirge repräsentiert somit den Schleppbereich (Drag Zone) an der südöstlichen Flanke des rotierenden Blocks, in dem die krustalen Spannungen durch intensive Schertektonik und eine südgerichtete Translokation der Einheiten abgebaut wurden. Der enorme gerichtete Druck innerhalb dieser Scherzone führte zu einer stress-induzierten Dynamometamorphose der ursprünglichen Sedimentpakete. Dabei kam es zu einer Einregelung der Phyllosilikate senkrecht zur Hauptspannungsrichtung, was die charakteristische Schieferung (Foliation) erzeugte. Die heute beobachtbare strukturelle Diskrepanz zwischen der Streichrichtung des Thüringer Waldes (NW-SE) und der inneren Faltung des Schiefergebirges (SW-NE) sowie das Auftreten von Transversalschieferung bestätigen die Interpretation als rotationsbedingte Metamorphosezone.
Siedlungen
Agrippinensis (aus Kapitel 8, Gallia Belgica)
– Legio XXX Ulpia Agrippinensis
27*40
51°10
Köln-Altstadt50°56’28.53″N
6°57’29.93″E
siehe auch rechnerische Bestätigung der Verortung von Aliso mit Haltern am See
Aliso (Aleison) – ἀλεισόν – Alisum28*00
51°30
Haltern am See51°42’42.79″N
7°19’26.77″E
siehe auch rechnerische Bestätigung der Verortung von Aliso mit Haltern am See
Amisia – ἀμισία31*30
51°30
mglw. bei Amöneburg
(unsicher)
50°47’N
8°55’E
Arsicua – ἀρσικουα41*40
49°00
mglw. bei Altenberg
(unsicher/nicht mehr bestimmbar)
50°45’N
13°46’E
Asciburgium – ἀσκιβούργιον27*30
52°30
mglw. bei Ahaus oder Asbeck
(unsicher)
52° 2’N
7° 0’E
Budorigum (Boudorigon) – Βουδόριγον41*00
52°40
Doberlug-Kirchhain
(relativ sicher)
51°36’57.90″N
13°33’14.96″E
Budorgis – Βουδοργίς40*00
50°30
mglw. bei Altenburg oder weiter östlich Richtung Burgstädt, Chemnitz, Augustusburg (unsicher) 50°59’N
12°27’E
Calisia – Καλισία43*45
52°50
bei Calau (relativ sicher) oder mglw. weiter östlich in Richtung Cottbus51°44’35.30″N
13°57’35.25″E
Carrodunum (Karrodounon) – Καρρόδουνον42*40
51°30
bei Bernsdorf bzw. bei Kamenz, mglw. aber auch weiter in Richtung Hoyerswerda (ungenau)51°22’N
14° 4’E
vermutlich bereits besiedelt durch die Billendorfer Kultur, der Name leitet sich aus dem Keltischen ab, vgl. Anmerkungen zur Geografie der Germania Magna→ (insofern auch vorstellbar z.B. im Bereich der Ostroer Schanze oder dem “Versunkenen Schloss im Dubringer Moor”)
Limis Lucus (Limis alsos) – Λίμιος ἄλσος – the grove of Limis41*00
53°30
bei Baruth/Mark (relativ sicher), mglw. aber auch weiter südlich in Richtung Golßen52° 2’41.88″N
13°30’9.76″E
Lirimiris (Lirimeris) – Λιριμιρίς34*30
55°30
bei Bispingen? bzw. in der Gegend von Soltau
(relativ sicher)
53° 6’26.64″N
10° 0’37.13″E
Zahlreiche Hügelgräber, Urnenfelder und prähistorische Funde beweisen, dass sich in diesem Raum bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Menschen ansiedelten, vgl. auch Kartenoverlay mit den geografischen Einheiten der Germania Magna→ und zur Frühgeschichte der Stadt Soltau
Lugidunum (Lougidounon) – Λουγίδουνον39*30
52°30
bei Falkenberg/Elster
(relativ sicher)
51°36’21.71″N
13°16’7.03″E
vermutlich bereits besiedelt durch die Billendorfer Kultur, der Name leitet sich aus dem Keltischen ab, vgl. Anmerkungen zur Geografie der Germania Magna→ (insofern auch vorstellbar z.B. im Bereich des Hügelgräberfeldes “Der Schweinert” bzw. dessen Umgebung, als Zeugnis einer mehr oder weniger kontinuierlichen Besiedlung der Gegend schon in der Bronzezeit am Ufer der Schwarzen Elster bzw. des Vistula Fluvius)
Lupfurdum (Loupfourdon) – Λούπφουρδον38*10
51°40
bei Leipzig, mglw. weiter westlich bei Wallendorf (Luppe)/ Luppenau (eher unsicher, mglw. nicht mehr genauer bestimmbar)51°20’N
12°22’E
vgl. Lupphurdum. an der Luppe
bei Leipzig, Wh. 199; Lupps (Gr. u. Kl.) unter-
halb der mündung der Saale, Rch. 274. S. auch
Frb. 411.”, https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11069104?page=526,527&q=Luppe
Mersovium – Μερσούιον35*30
53°50
mglw. bei Magdeburg oder weiter Nonord-westlich in Richtung Burg (bei Magdeburg) (eher unsicher)52° 5’N
11°36’E
Nomisterium – Νομιστήριον39*00
51°00
mglw. bei Naumburg (Namensähnlichkeit?) oder weiter nord-östlich in Richtung Merseburg (eher unsicher)51° 9’N
11°48’E
siehe auch:
Schmich, O.K. (2005), “Name und Alter von Naumburg”, https://d-nb.info/975328492/34
Parienna – Παρίεννα42*00
49°20
mglw. bei Pirna (Namensähnlichkeit?) (eher unsicher)50°57’N
13°56’E
Rugium (Rougion) – Ῥούγιον42*30
55°40
mglw. bei Klosterfelde/Wandlitz oder weiter nord-östlich in Richtung Marienwerder oder Finowfurt (unsicher)52°46’N
13°27’E
Setuacotum (Setouakoton) – Σετουάκωτον34*00
48°20
entsprechend der der Mercator Karte östlich der nördlichsten Begrenzung des Abnoba Gebirges (= Hoher Taunus, siehe dort), was in etwa der Lage des Glauberges entsprechen könnte.50°18’22.6″N 9°00’24.3″EAbnoba war eine keltische Göttin, die womöglich im Taunus verehrt wurde oder eine Personifikation des Gebirges. Bekannt ist bereits, dass an Glauberg und Altkönig zentrale keltische Siedlungen existiert haben. Der Altkönig im Taunus könnte womöglich ein Fürstensitz der Kelten gewesen sein, vgl. Baitinger, H., Kresten P.: “Geoarchäologie zweier hessischer »Schlackenwälle«: Glauberg und Altkönig”, aus Bd. 42 Nr. 4 (2012): Archäologisches Korrespondenzblatt,
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/18629/12443,

(Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die im Text erwähnte Verglasung der Festungsmauer aufgrund eines großen Brandereignisses, vgl. hierzu die Anmerkung zu Vitrified Forts in der Hauptveröffentlichung)
Stragona (Stragona) – Στράγονα39*40
52°20
bei Herzberg/Elster
(relativ sicher)
51°40’N
13°12’E
Susudata (Sousoudata) – Σουσουδάτα38*30
53°50
mglw. bei Treuenbrietzen, weiter südlich in Richtung Zahna oder weiter westlich in Richtung Bad Belzig bzw. Wiesenburg/Mark und somit in der Nähe des Hagelberges (unsicher)52° 5’N
12°52’E
Zahna ist einer der ältesten Orte in Sachsen-Anhalt. Historisch belegt ist die von ca. 2000 v. Chr. bis heute durchgehende Besiedlung. Bodenfunde zeigen, dass der Germanenstamm der Semnonen vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zum Beginn der Völkerwanderung in der Region ansässig war.
Treva (Treva) – Τρήουα33*00
55°40
bei Bremen (Namensähnlichkeit? Treva/Brema) (relativ sicher)53° 2’8.58″N
8°56’20.37″E
Der spätere Name Bremen – lateinisch Brema – könnte soviel bedeuten wie „am Rande liegend“ (altsächsisch Bremo bedeutet „Rand“ bzw. „Umfassung“) und bezieht sich möglicherweise auf den Rand der Düne, (insbesondere vor einer möglichen Küstenlinienverschiebung)
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